Reise ins Immaterielle

Rainer Langhans steht noch immer symbolisch für die 68er Bewegung. Er war charismatischer Bewohner der berühmten Kommune 1 in Berlin, in der er die Erotisierung der Politik und die Öffentlichkeit des Privaten proklamierte.

Groupie und Model Uschi Obermaie teilte mit ihm das Matratzenlager und zusammen zierten sie die Cover der damaligen Magazinlandschaft. Er wurde zum Gesicht der Studentenrevolte und des radikalen Spaß- und Lustprinzips.

Seine wilde Korkenzieherlockenmähne hat er bis heute und auch die in der Kommune geborenen Ideen versucht er in die Gegenwart zu transferieren.

Dazu unternahm er z.B. eine kurze Reise ins Dschungelcamp, das er als ein modernes Kommunenexperiment in der Mitte der Gesellschaft auffasst.

Doch sein asketischer, aber exzentrischer Lebensstil ist die eigentliche Weiterführung der damaligen Idee.

Die wichtigste neue Kommune ist für ihn das Internet. Er sieht die Zukunft da, wo Privates öffentlich wird, sich ursprünglich Objekthaftes entmaterialisiert und Revolution sexy ist.

Rainer Langhans lebt schon seit über 30 Jahren in einem Einzimmer-Appartment in Schwabing und führt eine polyamouröse Beziehung mit vier Frauen.
Er besitzt wenig und wählt sein Hab und Gut mit Bedacht.

Rainer trägt und umgibt sich mit Weiß, der Nichtfarbe, die alle anderen Farben enthält.
Er folgt einem spirituellen Weg, versucht sich deshalb von Materiellem weitestgehend zu befreien, meditiert viel und lebt streng vegetarisch.

Zwischen Party und Politik, zwischen Spiritualität und Hedonismus, zwischen Outlaw und Medienliebling. Rainer Langhans reist zwischen den Welten.