Schweizer Messer

Es ist wie kein anderes Objekt Symbol für treue Reisebegleitung, Multifunktionalität und Schweizer Qualität.

Das berühmte Werkzeug wurde 1896 von Carl und Victoria Elsener entworfen und kurz danach fand es als Offiziersmesser für die Armee Verbreitung. Das Design ist unverwechselbar und hat sich bis heute kaum verändert.

Irgendwann später hat auch irgendjemand das Abenteuerset-Extra in der Mickey Mouse, sowie das schlaue Buch zum Abheften entworfen, als Begleiter für gefährlicher Expeditionen. Genau wie Donalds Neffen, Tick, Trick und Track, war man nun mit Lupe, Kompass, Kreide und praktischen Hinweisen für alles gerüstet.

Dieser unbekannte Erfinder war vielleicht jemand, der auch die Qualität des Schweizer Armeemessers zu schätzen wusste. Jemand wie McGyver, der in der weiten Welt für das Gute kämpft, nur mit seinem Set aus Multifunktionsmesser und Klebeband bewaffnet.

Männer mit einem ordentlichen Messer strahlen einiges aus. Das wird auch deutlich in dem berühmten Crocodile Dundee Zitat “Das ist doch kein Messer, DAS ist ein Messer! Harte Jungs aus den 80ern beeindruckten schon in zarter Jugend Mädchen und sich gegenseitig mit den zahlreichen Funktionen ihrer Schweizer Taschenmesser.

Karl May-artige Escapismusträume von braungebrannten Naturburschen, die unschuldiges Wild erlegen und danach die Schweizer Messer-Klinge an ihrem Lendenschurz abstreifen werden wach.

Ja, dieses Messer wird so schnell nichts an Aktualität verlieren, auch wenn in Zukunft alle Vegetarier sind, Campen total out sein sollte und das Messer nur noch als Symbol im Regal steht und nicht mehr einsatzbereit in der Hosentasche steckt.

Der Platz in der Tasche ist aktuell eher dem reich mit Apps bestückten Smartphone vorbehalten.

Was den Spannungsbogen zwischen fast unentbehrlicher Nützlichkeit und entzückender Absurdität betrifft, stehen sich die beiden allerdings in nichts nach.

Wie oft benutzt man den Schweizer Zahnstocher oder auch die App zur Bestimmung essbarer Pflanzen im Dschungel?

Wäre das Messer die Mrs. Robinson des Smartphones und aus jener leidenschaftlichen, generationsübergreifenden Liasion entstünde ein Nachkomme, das wäre wohl das seltsame
Zwischending ‘Swiss Card Lite’.

Dieses Etwas mit seinen “13 Funktionen im Format einer herkömmlichen Kreditkarte” hat zwar den ‘Red Dot Award’ eingeheimst, erinnert aber irgendwie an eine zum Brieföffner entmaskulinisierte Version des berühmten Vaters.

Eine Miniklinge und ein paar Schraubendreher, mit denen man unterwegs mal seinen Laptop auseinander schrauben kann, ist das konsequente Evolution? Vielleicht rührt meine Antipathie daher, dass ich niemals auf die Idee kommen würde, meinen Laptop auseinander zu schrauben und deswegen wohl auch keine Ahnung habe, was man mit einer einzigen Stecknadel anfangen kann.

Dann vielleicht doch lieber das ISwissTool. “Das schweizer Sackmesser für iPhone und iPod touch”! Mit “14 der nützlichsten digitalen Helferlein”! Von echten Schweizern programmiert. Wasserwage, Metermaß und Taschenlampe sind die Handfesteren, Höhenmeteranzeige und ja, Lautstärkepegelmesser sind wohl einfach nur dazu da, das Ganze noch Geißenpeter-mäßiger zu machen. Diese wunderbaren Funktionen in der einen und ein schönes, multifunktionales Messer in der anderen Tasche: Mc Gyver und Donalds Neffen wären begeistert.

Das Schweizer Messer ist Werkzeugkoffer und Waffe. Früher für Soldaten, heu-
te für Outdooraktivisten, Lebenskünstler und Schweiztouristen.